Information Eingewöhnung
LIEBE ELTERN, LIEBE ERZIEHUNGSBERECHTIGTE!
Euer Kind besucht nun bald die Kinderkrippe in Jenbach.
Das wichtigste Ziel für uns ist, dass sich eure Kinder bei uns wohl fühlen und gerne kommen. Um das verwirklichen zu können, ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen Familie und Krippe notwendig. Wir hoffen auf eine aktive und vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft.
Um die Fülle an Informationen vom Elternabend überschaubar zu machen, haben wir Wichtiges zusammengefasst.
Falls ihr jedoch noch Fragen habt oder zusätzliche Informationen benötigt, meldet euch einfach bei uns.
Unser Eingewöhnungskonzept entstand aus unserer jahrelangen Erfahrung und lehnt sich an das Berliner Eingewöhnungsmodell.
Die Eingewöhnung ist eine sehr prägende Zeit für alle Kinder. Nur wenn der Eingewöhnungsprozess dem Kind angepasst wird, kann es die Zeit bei uns in der Krippe genießen.
Ein misslungener Start kann sich negativ auf das gesamte Krippenjahr auswirken. Um allen Kindern das zu ersparen ist viel Geduld, Verständnis, eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Krippe aber auch genügend Zeit erforderlich.
Wenn die Eingewöhnung sensibel und individuell gestaltet wird, kann die Krippe ein Teil der kindlichen Lebensumwelt werden. Weiteres profitieren die Kinder enorm von den vielen neuen Möglichkeiten, die sie bei uns in Anspruch nehmen können. Mit der Anmeldung und dem bevorstehenden Eintritt in die Krippe habt ihr als Eltern auch neue Verpflichtungen (siehe Gesetzesauszug). Eine solche „Pflicht“ ist z.B. die Bereitschaft zur Zusammenarbeit während der Eingewöhnung.
Anschließend könnt ihr wichtige Eckpfeiler der Eingewöhnung noch einmal nachlesen. Wichtig ist, dass die Dauer der Eingewöhnung ganz individuell ist.
STÜTZE VON DAHEIM
- Bereitet die Kinder darauf vor, dass sie ab Herbst in die Krippe gehen
- Kommt zum Schnuppertag
- Spaziert bei uns am Garten vorbei
VORBEREITUNG
- Das heißt, bis die Kinder eingewöhnt sind, müsst ihr jeden Tag kommen. (Ausnahme – Krankheitsfall)
- Solltet ihr das Gefühl bekommen, dass Euer Kind mit der täglichen Anwesenheit überfordert ist, sprecht mit uns. Wir werden gemeinsam überlegen, ob ein Tag Pause sinnvoll wäre – z.B. am Mittwoch.
- Nach der Eingewöhnung können Eure Kinder kommen so wie ihr es benötigt. Das kann dann auch nur zwei Mal in der Woche sein.
- Regelmäßiges Kommen ist in der Eingewöhnung Pflicht.
REGELMÄßIGKEIT
- Die Zeit, zu der Ihr euer Kind bringt und holt, sollte zu Beginn immer gleich sein.
- Freispiel, Morgenkreis, Jause und verschiedene Rituale sind immer zur gleichen Zeit, so vermitteln wir Euren Kindern Sicherheit.
- Während der Eingewöhnung ist es optimal, wenn Ihr wie vereinbart zwischen 08:00 und 08:15 Uhr bzw. 10:00 und 10:15 Uhr (bei gestaffelter Eingewöhnung) kommt.
GLEICHER TAGESABLAUF
- Kuscheltiere, Schnuller, Schal mit dem Geruch der Mutter, Tücher, Lieblingsspielzeug…alles, was die Kinder unterstützt, darf natürlich mitgenommen werden.
- Wenn nötig: beschriften.
STÜCK VON ZUHAUSE
- Manche Kinder weinen nicht, wenn sich die Bezugsperson verabschiedet. Andere wiederum beginnen erst ab der zweiten Woche zu weinen. Auch das ist individuell. Lasst Euch davon aber nicht verunsichern.
- Wir sagen Euch bei jedem Trennungsversuch Bescheid, wie sich das Kind verhält, jedoch können wir nur kurz zu Euch kommen, da wir alle in der Gruppe gebraucht werden.
- Wenn Ihr zurückkommt, holt Ihr euer Kind ab und geht gemeinsam nach Hause. Auch dieser Ablauf ist wichtig, so lernen die Kinder sie werden von Euch gebracht, spielen mit uns und werden von Euch wieder abgeholt.
- Bei den ersten Trennungsversuchen geht Ihr wahrscheinlich nicht länger als 10 Minuten hinaus.
- Ihr geht auch hinaus, wenn das Kind zu weinen anfängt, wir versuchen es zu trösten 🡪 hat uns das Kind schon akzeptiert? Wenn nicht, holen wir Euch schnell zurück.
- Lässt es sich von uns trösten und beginnt wieder zu spielen, wird der Trennungsversuch verlängert. ff
KURZE TRENNUNG
- Keiner schleicht sich hinaus – das ist ein Vertrauensbruch dem Kind gegenüber. Euer Kind wird sich nicht eingewöhnen können da es Ängste entwickelt, verlassen zu werden.
- Verabschieden ist wichtig – auch wenn das Kind zu weinen anfängt.
- Versucht eine dem Kind bekannte Erklärung zu geben, (Ich gehe einkaufen 🡪 Kind weiß, was Mama tut und bleibt ansonsten bei der Oma / beim Papa).
- Je länger ihr die Verabschiedung hinauszögert, umso schwieriger wird es fürs Kind - macht es deshalb für Euch und Euer Kind „kurz und schmerzlos“.
- Bussi geben, Kreuzzeichen auf Stirn …
- Bitte geht dann wirklich dorthin, wo wir Euch hinschicken, (in die Küche oder aus dem Haus). Bleibt nicht in der Garderobe. Ihr macht es Euch nur selbst schwerer, wenn ihr Eurem eigenen Kind womöglich beim Weinen zuhören müsst. Außerdem kann es gut sein, dass wir z.B. mit eurem Kind ins Bad müssen zum Händewaschen. Sobald Euch euer Kind dann wiedersieht, müssen wir den Trennungsversuch abbrechen. Bitte verlasst das Haus nicht ohne unser Wissen, uns bleibt oft nicht die Zeit euch zu suchen.
TRENNUNGSRITUAL
- Wir besprechen mit Euch Eltern, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen und wann die Kinder für einen Trennungsversuch bereit sind.
- Diese Entscheidungen treffen wir aufgrund von Beobachtungen – wie verhält sich das Kind, schaut es noch oft zur Mama, etc.…
- Gefühle, Haltungen, Einstellungen und auch Widersprüche in Bezug auf die Krippe übertragen sich unbewusst aufs Kind.
SENSIBLER RÜCKZUG
- Eingewöhnung braucht Zeit. Je nachdem, wie schnell uns Eure Kinder als neue Stütze annehmen, dauert es zwischen 1 und 4 Wochen (manchmal sogar länger), bis die Kinder ohne Euch und für mehrere Stunden in der Krippe bleiben.
- Außerdem ist wichtig, dass die Kinder anfangs maximal nur 1-2 Stunden in der Gruppe sind, es kann auch weniger sein und wird Schritt für Schritt verlängert.
- Sollten die Begleitpersonen wechseln, ist es wichtig, dass Ihr die Informationen/Ablauf/Reaktionen vom Kind an z.B. die Oma weiterleitet.
ZEIT
- Für uns seid Ihr die Experten für Eure Kinder. Wir verlassen uns auf Eure Erfahrungen und geben euch Unterstützung.
- Bei Unklarheiten immer fragen und ein offenes, ehrliches Gespräch suchen – Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit ist eine vertrauensvolle Basis.
- Ihr könnt darauf vertrauen, dass wir Euch ehrliche Rückmeldungen in Bezug auf das Wohlbefinden der Kinder geben. (z.B. beim Trennungsversuch)
VERTRAUEN
- Ausgehend von sich selbst beginnt das Baby seine Umwelt zu erleben und zu entdecken.
- Ihr seid dabei ein Sicherheitspol und eine Stütze für die Kinder.
- Das Kind untersucht und erforscht seine Umwelt und kehrt bei Unsicherheit oder Angst zur Mutter / zum Vater zurück. (Pluralisationsverhalten)
- Wichtig ist, dass Ihr für die Kinder da seid und ihnen Sicherheit gebt, aber nicht ihre Spielpartner werdet. Daher kommt Ihr am Anfang mit in die Gruppenräume.
- Am Schnuppertag dürfen Eltern und Kinder den Raum und die Spielsachen gemeinsam entdecken. Während der Eingewöhnung sollt Ihr versuchen auf einem Stuhl sitzen zu bleiben, sodass eine Betreuungsperson zum neuen Spielpartner werden kann.
- Es darf nicht mehr als 1 Begleitperson pro Kind mitkommen, da wir sonst zu viele Personen in den Gruppen sind.
Weitere PFLICHTEN DER ELTERN
Natürlich habt ihr Eltern auch bestimmte Verpflichtungen, wenn ihr euer Kind zu uns in die Kinderkrippe bringt.
Ein Auszug aus unserem Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz soll dies verdeutlichen.
§ 28
Pflichten der Eltern
(1) Die Eltern haben mit dem Erhalter und den pädagogischen Fachkräften zusammenzuarbeiten sowie die bei der Aufnahme des Kindes und gegebenenfalls in der Kinderbetreuungseinrichtungsordnung festgelegten Pflichten einzuhalten.
(2) Die Eltern haben für eine entsprechende Körperpflege und Kleidung ihrer Kinder zu sorgen.
(3) Die Eltern haben Kinder im noch nicht schulpflichtigen Alter in die Kinderbetreuungseinrichtung zu bringen und von dort rechtzeitig abzuholen oder dafür zu sorgen, dass die Kinder auf dem Weg zur und von der Kinderbetreuungseinrichtung von einer geeigneten Person begleitet werden.
(4) Die Eltern haben dafür zu sorgen, dass der Besuch der Kinderbetreuungseinrichtung durch ihre Kinder entsprechend den festgesetzten bzw. vereinbarten Öffnungszeiten erfolgt. Ist ein Kind verhindert, die Kinderbetreuungseinrichtung zu besuchen, so haben die Eltern die Leitung hiervon ehestmöglich zu benachrichtigen. Die Eltern von besuchspflichtigen Kindern (§ 26) haben dafür zu sorgen, dass ihre Kinder der Besuchspflicht nachkommen.
(5) Die Eltern haben den vom Erhalter festgesetzten Beitrag für den Besuch der Kinderbetreuungseinrichtung unter den von diesen festgesetzten Bedingungen regelmäßig zu entrichten.
(6) Die Eltern haben die Leitung über anzeigepflichtige Krankheiten des Kindes oder von Personen, die im selben Haushalt mit dem Kind leben, unverzüglich zu verständigen. Ineinem solchen Fall ist das Kind so lange vom Besuch der Kinderbetreuungseinrichtung fernzuhalten, bis keine Gefahr derAnsteckung anderer Kinder und des Personals mehr besteht.
Ablauf in den ersten Wochen
Die Eingewöhnung ist für viele Kinder eine enorm anstrengende Zeit.
Der Lärm, die neue Umgebung, die Angst, dass die Mama ohne sie geht und die vielen neuen Leute in einem Raum sind für manche Kinder eine große Herausforderung.
Wir wollen die Kinder nicht überfordern, deshalb schreiben wir euch verkürzte Anwesenheitszeiten vor.
- 1- 2 Stunden in den ersten Tagen sind vollkommen ausreichend
- Eine Bezugsperson muss so lange mit in den Gruppenraum kommen, wie es nötig ist.
- Zum Mittagessen sollten die Kinder schon ohne Mama und Papa mitgehen, bitte habt Geduld, bis Euer Kind „alleine“ mit uns essen gehen kann.
- Dasselbe gilt auch beim Mittagsschlaf und der Nachmittagsbetreuung.
- Bis die Ganztagskinder den ganzen Tag bleiben können, dauert es einige Wochen 🡪 behutsamer Ausbau bis zum Schluss.
- Nach dem Trennungsversuch wird das Kind abgeholt. So lernt es schnell, dass es von der Mama in die Krippe begleitet und später wieder abgeholt wird.